Anna K.E.

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09.05. bis 17.06.2011
Anna K.E. nivelliert die Grenzen zwischen kunsthistorischen Epochen, den Gattungen und der ost-westlichen Demarkationslinie kultureller Identiät. Mit ihrer Diplomarbeit "Failure of Unusal Life Performance" etabliert Anna K.E. eine Zwitterform zwischen Kunst, Design und Architektur im städtischen Außenraum. Das Werk ist Skulptur, Raumsegment und öffentlicher Brunnen; es hat "kunstvolle", mit bunten Kacheln gestaltete, und eine "nützliche", technisch-funktionale Seite. Die ambivalent konnotierte Symbolik der Kachel spielt eine Schlüsselrolle in ihrem Werk. Im Kunstverein befindet sich eine neue Arbeit, eine bunter Fellmantel aus dessen Ärmel ein LED Beamer eine Szene mit der Künstlerin und einer Matraze an die Wand projiziert. Vergleichbar mit der Außenraumskulptur kommen auch hier unterschiedliche Funktionsweisen zum Ausdruck

Quelle u. a.: Rising - Young Artist to keep an Eye on! Daad Media, Köln 2011, S. 208

Tim Berresheim

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10.3. bis 17.4.2011
Mit der seltsamen Bezeichnung „pondering WTF (no methodology)“ betitelt Berresheim seine erste institutionelle Einzelausstellung im Rheinland.
Unter dem Kürzel WTF, das dem Netzjargon entnommen ist und nach dem Sinn einer Sache fragt, werden im Internet u.a. Fotos, Filme und Fernsehserien diskutiert, die sich rätselhaften Sujets, dem Unbewussten, Verschwiegenen, Geheimnisvollen verschrieben haben. WTF ist als großes Fragezeichen geradezu programmatisch für das spartenübergreifende Werk des 1975 geborenen Künstlers, denn in Anbetracht der Vielfalt seines künstlerischen Schaffens, fällt es schwer dieses auf einen kunsthistorischen Nenner zu bringen.
Wie die elektronische Musik erzeugt Berresheim auch seine  bildkünstlerischen Arbeiten am Rechner: Computerprints und Fotografien.
Doch nicht etwa Entwicklungen neuester Computerkunst reizen den Technik-Autodidakten, auch nicht das Vorhaben mit der zeitgenössischen Malerei und Fotografie zu konkurrieren oder sie etwa elementar zu erweitern, sondern die Möglichkeit eine präzise, nahezu perfekte Bildqualität zu erreichen, die in der Lage ist, vollkommen neue Bildrealitäten zu erschaffen. In seinem vielfältigen Werk finden wir figurativ-surrealistische Bilder sowie abstrakt-gestische Arbeiten. In fotografischen, virtuellen und malerischen Bildern verhandelt Berresheim verschiedene Realitätsebenen, ohne sich jedoch für ein Medium zu entscheiden. Es lohnt sich, diese Unsicherheit auszuhalten, sich auf sie einzulassen und in Berresheims Arbeiten immer neue Entdeckungen zu machen.

Nelleke Beltjens

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18.11. bis 19.12.2010
Unter dem Titel Immense präsentiert der Kunstverein Leverkusen Schloss Morsbroich neue Arbeiten von Nelleke Beltjens.
Grenzenlos und erhaben – so erleben wir die Zeichnungen der 1974 geborenen Niederländerin. Nur das Blatt Papier scheint den endlosen Bildraum einzugrenzen. Schweift das Auge aus der Entfernung ins Uferlose und Unermessliche, entdeckt es bei näherer Betrachtung ein komplexes, kleinteiliges Liniengitter. Erscheint dieses in Nahansicht als dichtes, straßennetzartiges und mit viel Sorgfalt und Akribie ausgearbeitetes Zeichensystem, zerfällt es aus der Distanz gesehen in schwebende, sich auflösende Gebilde.

An Wolken und Nebelschwaden, sogar an Sternenhimmel erinnern die zarten Tintenstift-Arbeiten. Naturbilder solcher Art sind grenzenlos. Die Niederländerin lässt sich von der amerikanischen Landschaft ihres Wohnortes in Montana inspirieren. Einem Ort, der sich durch eine immense Weitläufigkeit auszeichnet, in der sich das Auge zu verlieren droht.

Qi-Yang

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03.09. bis 10.10.2010 - „Im Westen liegt der Osten“
Wie sollen und wie können wir einem Künstler begegnen, der zwei so verschiedene Kulturen wie die chinesische und die deutsche in sich vereint und daraus sein Repertoire schöpft? Indem wir uns das jeweils Fremde als das Eigentliche, als  das Charakteristische herausstellen und damit eine Distanz schaffen, die uns das genaue Hinsehen, das die eigene Position reflektierende erspart?
So leicht macht es uns Qi Yang nicht, weder in seiner Malerei oder Tuschzeichnung, noch in seinen Installationen, Objekten und Filmen. Vielmehr ist es der ständige, sich bildhaft artikulierende Perspektivenwechsel, der die Arbeiten  des chinesisch-deutschen Künstlers prägt. „Für die zeitgenössische Malerei sind  solche Prozesse besonders wichtig – von außerhalb Perspektiven aufzuzeigen und  sich mit der Umwelt zu beschäftigen. Wenn ich nach China fahre, um dort zu arbeiten, denke ich oft an die Unterschiede in den Kulturen und Lebensweisen  zwischen Europäern und Chinesen nach. Diese Unterschiede lassen sich fruchtbar und kreativ nutzen. Die Freiheit zu haben, zwischen diesen beiden Kulturen zu wechseln, ist eine sehr wichtige Quelle für meine Projekte und arbeiten“, so Qi Yang in einem Interview mit Beate Reifenscheid 2009 in Koblenz.

Matthias Deumlich

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28.5. bis 4.7.2010 - LICHT-KLANG-INSTALLATIONEN - germansushibergmaschine
Schon in der Wortschöpfung des Titels „germansushibergmaschine“ kommt das künstlerische Anliegen des Berliner Künstlers Matthias Deumlich, einem ehemaligen Meisterschüler von Rebecca Horn, zum Ausdruck: Disparates, Ungleiches für sich produktiv zu nutzen.
Im Kunstverein Leverkusen wird sich aus mehreren einzelnen Installationen eine einzige zusammenhängende Komposition aus Licht und Klang und dem sie umgebenden Raum ergeben - Wahrgenommenes wird ergänzt und oftmals irritierend konterkariert durch Hörbares, Bild und Ton verstärken und widersprechen sich, gehen nicht ineinander auf zu einem als in sich stimmig empfunden Ganzen. Rhythmus, Schwingung, Takt sind dabei für den früheren Schlagzeuger von zentraler Bedeutung – ebenso wie die auf das Genauste abgestimmten mechanischen Abläufe und eine höchst ausgetüftelte Technik.

Esther Tielemans

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2.3. bis 4.4 2010

Adventures in Geometry

In ihrer ersten Einzelausstellung in Deutschland mit dem Titel „Adventures in Geometry“ setzt die niederländische Künstlerin Esther Tielemans einen neuen Schwerpunkt in ihrem künstlerischen Ringen um die, wie sie sagt, Auflösung des Bildes.
Von der Auseinandersetzung mit der Tradition holländischer Landschaftsmalerei her kommend, demontiert sie in ihren neuen, z.T. für die Ausstellung im Kunstverein Leverkusen entstehenden Arbeiten die klassische Bildkomposition in ihre geometrischen Konstruktionselemente und verlegt diese als separate Paneele, vor- und übereinander montiert, von der Fläche in den Raum hinein. Durch die Hochglanzpolierung der gelackten Oberflächen ergeben sich zudem Spiegelungen des umgebenden Raumes, der damit Teil dieser geometrischen Zerlegung wird.

 

Ingo Ronkholz

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13.11. bis 13.12. 2009

Skulptur

„Skulptur sagt nicht: schau mich von dort an. Bleib da! Sondern fordert das Umgehen, bisweilen Eintreten. Skulptur kann nicht aus einer Position zur Gänze erfasst werden. Es gibt nie den Blick, der alles erfasst, ein Teil der Skulptur, der größere Teil, muss vom Betrachter mitgetragen, muss memoriert werden. Nur dann setzt sich ein Bild des Ganzen zusammen, was es als Blick nicht gibt; darin liegt ihr besonderer Reiz, darin liegen ihre Potentiale.“

Ingo Ronkholz



Dies gilt auch für die Skulptur an der Wand, bei der unterschiedlich große Flächen in geringem Abstand übereinander und vor der Wand gelagert werden oder sich fächerförmig in den Raum hinein öffnen. Nur hier und da gelangt der Blick durch die entstandenen Ritzen in die dahinter liegende Dunkelheit: Raum scheint sich nach hinten hin zu öffnen, in die Tiefe hinein. Das gedankliche Spiel mit den Möglichkeiten wird evoziert durch die scheinbar möglichen Verschiebbarkeiten der einzelnen Elemente. Dennoch dominieren hier Ruhe und Konzentration. Und so kommen auch die Gedanken zur Ruhe, lösen sich allmählich von ihrer Fixiertheit, Gesehenes in nachprüfbar Vertrautem zu verankern. Die Begegnung mit der Skulptur von Ingo Ronkholz führt vielmehr zu jener Unmittelbarkeit von Wahrnehmung, die an – vorsichtig formuliert – „archetypische“ Grundstrukturen rührt. Darin liegt ihr „Potential“.

Yevgeniya Safronova

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25.08. bis 27.09.2009

Raumskulpturen

„Raumskulpturen“ nennt Yevgeniya Safronova ihre Arbeit für den Leverkusener Kunstverein. Raumskulpturen? Sind Skulpturen nicht immer räumliche Gebilde? Yevgeniya Safronova beginnt den Dialog mit einem Raum sehr intuitiv, setzt sich mit seinem Grundriss auseinander, mit seinen Größenverhältnissen, seinem Licht, bevor sie, zunächst modellhaft, ihren Vorstellungen Form verleiht.
Hat sie in früheren Installationen Licht und Wasser als Material genutzt, nutzt sie hier in Leverkusen erstmals sorgfältig platzierte skulpturale Elemente, um den Raum zu einer im Ganzen begehbaren Skulptur zu entwickeln. Die Komposition der vier großformatigen Elemente ist dabei eine sehr symmetrische, die Konzentration liegt auf der Form der einzelnen Skulpturen, auf ihrem Zusammenspiel, dem Spiel auch mit dem Betrachter.

Christine Schulz

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12.05. bis 14.06. 2009

„Placebo“

„In den Medieninstallationen aus Einzelbildern, Fotografien und isolierten Filmszenen mit Sound überlagern und durchkreuzen sich multiple Projektionen auf Bildträgern wie Styropor oder Karton. Der Betrachter muss seinen Bezugspunkt im dramaturgischen Geflecht interagierender Bilder, die sich in ständiger Bewegung befinden, ohne sich in lineare Erzählrahmen zwängen zu lassen, selbst finden. Es gelingt Schulz, räumliche und zeitliche Schranken zu überwinden und untrennbar auseinander Liegendes zu simultan erlebbaren Bildern zusammenzuführen.
Die Wirklichkeit unserer Welt, wiedergegeben in medialen Spiegelungen, ist der Gegenstand, mit dem sie sich auseinandersetzt.“

 

 

Matthias Kunkler

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03.02. bis 15.03.2009

„BILD-RÄUME“

 

Überall Farbe – überall Rot, Gelb, Blau, Grün; hier und da auch etwas Weiß und Schwarz: Flächen, Bahnen und Farbformen, Kreise, Quadrate, Spiralen, einzelne Versatzstücke, Schichtungen, Reihungen von fragmentarischen Mal-Stücken aus verschiedenen, geknitterten Papieren. Dicht gewirkte „Netzbilder“, offene und auch vom Rechteck ausgehende Formationen, nie jedoch geometrisch exakte Definitionen, nie rechteckige Bildtafeln im klassischen Verständnis von Malerei. So entstehen ganze Bild-Räume, entsteht ein Raum im Raum, begehbar, erlebbar, bedrängend.
Die Arbeiten des 1957 geborenen und 1997 gestorbenen Matthias Kunkler entledigen sich rasch ihrer ausschließlichen „Fröhlichkeit“, wird doch die Sattheit und Klarheit der einzelnen Farben subtil gebrochen – sie werden lodernd, schillernd, giftig, gefährlich in ihrem Zusammenspiel; entpuppen sich als etwas Unheimliches, Bedrängendes, Bedrohliches, als etwas sich unserer Kontrolle Entziehendes!

 

 

Gereon Krebber

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21.10. bis 23.11.2008

Der 1973 geborene Bildhauer Gereon Krebber arbeitet oftmals mit Gegenständen des alltäglichen Lebens. Deren jeweilige Materialität, die räumliche Qualität oder Oberflächenbeschaffenheit nutzt er für seine zum Teil raumgreifenden Installationen, so z.B. die Schwebefähigkeit von Luftballons oder die Transparenz von Glas. Im Dialog mit dem jeweiligen Ausstellungsort entstehen Skulpturen, die sich in Form und Funktion stets der eindeutigen Bestimmbarkeit entziehen. Denn es geht Krebber weniger um die transzendente Bedeutung der Objekte, sondern vielmehr darum, ein eng an die sinnliche Wahrnehmung gekoppeltes Erfahrungsmoment zu vergegenwärtigen, es zu reflektieren.


Nach seinem Studium in Düsseldorf bei Tony Craig und in London am Royal College of Art lebt er derzeit in Köln. Der Künstler wurde zuletzt 2007 mit dem Kunstpreis Junger Westen in Recklinghausen ausgezeichnet.

 

Hideaki Yamanobe

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12.08. bis 14.09.2008

"Auf den für die Ausstellung vorgesehenen Gemälden wird die Luft, die Atmosphäre selbst dargestellt, untergeordnete Themen sind z.B. Wolken und Sprühregen. Die großformatigen Werke zeichnen sich durch halbtransparente Farben sowie eine spezielle   Pinselführung aus. Obgleich es sich um flache Gemälde handelt, ist es meine Absicht, in der Ausstellung einen Raum zu offerieren, in dem der Betrachter das Gefühl einer gleichsam dreidimensionalen "Luft/Atmosphäre" erleben und sogar die Natur der Klänge, das Licht und die Temperatur mit allen seinen Sinnen wahrnehmen kann."

 Hideaki Yamanobe