Daniel Lergon

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Die Frage nach dem Konzept „Malerei“, die intensive Erforschung der Farbe und ihrer Eigenschaften bildet die Grundlage der teils großformatigen Arbeiten des 1978 geborenen Daniel Lergon. Im Kunstverein Leverkusen wird sich, wie der Meisterschüler von Lothar Baumgarten an der Universität der Künste Berlin sagt, „das ganze Spektrum der Farben außerhalb des normalen Bereiches auftun; Farben, die ihr Licht teilweise aus dem unsichtbaren UV Anteil des Lichts erhalten, fluoreszierende (Neon-) Farben, phosphorizierende Farben, die nachleuchten.“ Wie schon in Ausstellungen in Köln und Wien werden diese in großer Geste erneut auf textile Stoffe aufgetragen, die z. T. selbst diese optischen Eigenschaften besitzen.

 

 

 

Max Sudhues

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Unter dem Titel „In der Hitze des Tages“ zeigt der 1977 geborene Max Sudhues im Kunstverein Leverkusen eine raumbezogene Installation sowie Collagen aus Video-, Dia- und Lichtprojektionen und sogenannten Alltags-Objekten.
Die Umwandlung dieser teils banalen Gegenstände in erzählerische, skurrile Assoziationsbilder, ihre Anordnung zu bewegten Schattenbildern erzeugt nicht selten eine irritierende Diskrepanz zwischen der von Sudhues installierten „Bildquelle“ und der Rezeption des an die Wand geworfenen Bildes. Es ist die Verrückung, die Verfremdung des Blickwinkels, die verwirrt – humorvoll, poetisch.

 

Adochi

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Der 1954 in Rosenau/Rumänien geborene und heute in Italien lebende Künstler lässt Farbflächen entstehen, Farbräume, so nuanciert, so facettenreich wie das Spiel des Lichts auf dem Wasser, in dem Grün der Blätter. Der Flüchtigkeit des Augenblicks gilt Adochis Interesse, nicht festgehalten als visuelle Impression sondern als malerische Übersetzung von Veränderung im Gleichen.

1954 In Rosenau/ Rumänien geboren
1977-84 Studium an der HdK-Berlin bei Prof. Petrick und Prof. Schoenholtz
1983 Meisterschüler

Frauke Wilken

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Skulpturen und Zeichnungen

(17. 10. bis 03.12. 2006)

Die Kölner Bildhauerin Frauke Wilken lässt ihre figurinen Körper aus mit Acrylbinder angestrichenen Stoffen entstehen, gibt ihnen Titel wie „Eng“, „Ruhe“, „Selbstgespräch“. Eingeschnürt, gefangen, isoliert von der Umwelt nehmen die Skulpturen ihren Platz ein; hängend, liegend, meist mit sich selbst beschäftigt, beinahe autistisch. Gesichts- und geschlechtslos bewegen sie sich zwischen Bewegung und Erstarrung, Aufbegehren und Resignation. Die Übergänge dieser unter der Oberfläche, unter der Haut sich abspielenden Prozesse sind „nahtlos“. Die sichtbaren Nähte nehmen sich indes aus wie Narben, wie Verletzungen dieses Kampfes mit sich selbst, mit dem Anderen.

Takakazu Takeuchi

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Übergang im Untergang

(4. April - 28. Mai 2006)

Das Werk des zwischen Japan und Deutschland pendelnden Takakazu Takeuchi kreist um das zentrale Thema der Flüchtigkeit eines Momentes, um jene kurze Spanne zwischen Sehen und Nicht-Sehen, in der für uns Wirklichkeit entsteht.
In der Ausstellung im Kunstverein Leverkusen wird er Fotografien großer Seifenblasen zeigen, in denen sich in der kurzen Spanne bis zu ihrem Zerplatzen die sie umgebende Realität spiegelt;  mundgeblasene Glasobjekte, die im nächsten Moment zu zerfließen drohen; Schneekristalle, vor ihrer Verflüchtigung bewahrt in Wachs und Salz; eine menschliche Figur.
Bezeichnenderweise zitiert Takeuchi in Bezug auf seine Arbeiten Kamo no Chomei, einen Literaten aus dem 12. Jahrhundert „Unaufhörlich strömt der Fluss dahin, gleichwohl ist sein Wasser nie dasselbe. Schaumblasen tanzen an seichten Stellen, vergehen und bilden sich wieder – von großer Dauer sind sie allemal nicht.“

 

Gudrun Kemsa

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„Choreographien“

24. Januar 2006 – 5.März 2006

Die Arbeiten von Gudrun Kemsa sind photographische Bilder und Video-Installationen; es sind Werke zu Raum und Zeit, zu Bewegung. Meist gilt ihr fotografischer Blick architektonischen Situationen, in denen die Düsseldorferin den Wandel der Lichtverhältnisse dokumentiert, den Verlauf von Zeit. Menschen erscheinen bei ihr erst in jüngerer Zeit, erscheinen wie Statisten, wie Träger jener Bewegungsabläufe, an denen wir Raum und Zeit oft erst bemessen können.
In der im Kunstverein Leverkusen vorgestellten Reihe„Choreographien“ finden sich Menschen vor einem sich kaum verändernden Hintergrund, haben Einzelne, haben Gruppen ihre Auftritte und Abgänge an einem nicht klar identifizierbaren Ort. Nicht für die Kamera inszeniert, nur von ihr erfasst in jenem flüchtigen Moment der Bewegung, der sowohl das soeben Vergangene als auch das unmittelbar Folgende in sich birgt, ohne Fragen nach dem Woher und Wohin zu beantworten. Zu „Choreographieren“ werden diese wie zufällig anmutenden Momente erst im fotografischen Ausschnitt.

 

Carsten Gliese

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„Architektonische Installation“ 18.10. – 6.12.05

Die „Architektonischen Installationen“ von Carsten Gliese basieren auf computerbearbeiteten Fotomontagen: Gliese fotografiert verschiedene Raum-Perspektiven, einzelne Raumsegmente und montiert sie im Kunstverein, als Motiv auf einen Träger kopiert, an anderer Stelle im Raum – als eigenständiger Raumkörper, als Skulptur.
Carsten Gliese seziert Architektur, irritiert Wahrnehmungen, hinterfragt Gewohnheiten.

Carsten Gliese wurde 1965 in Krefeld geboren, studierte Freie Kunst an der Kunstakademie Münster, wurde 1995 Meisterschüler. Er erhielt verschiedene Preise wie u.a. den Kunstpreis Münsterland, Förderpreis 2001. Carsten Gliese lebt in Köln und Münster.

Kai Richter

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„EINBLICKE“

„BAU-SKULPTUR“ – Kai Richter

18. Januar bis 8. März 2005

Weiße geometrische Körper werden von simplen Baustützen in die Höhe gebracht – scheinen trotz ihrer Schwere und Massigkeit über dem Boden zu schweben. Es sind  Formen, die wir zunächst nicht zuzuordnen

wissen – autonome Gebilde im Raum, die sich klar in dem klassischen Themenbereich von Skulptur bewegen: Masse und Volumen, Schwere und Leichtigkeit, Sockel… Leicht wird da der Vorwurf der Beliebigkeit laut, zu reduziert, zu elementar erscheinen die Arbeiten.
Kai Richter „durchforstet“ das Alltägliche, er „scannt“ Architekturen nach bekannten, bewährten Formen und Formlösungen, nach „Grundformen des Alltäglichen“. Dies können ein Flieger sein, eine Säule, ein Wohnhaus, ein Stadion - Form-Module unserer gebauten Wirklichkeit. Diese gebaute, diese konstruierte Wirklichkeit liefert dem Bildhauer jene architektonischen Versatzstücke, die, gelöst von ihrem Funktions-Kontext und übersetzt in Holz und Gips, als eigenständige Formen ihre skulpturalen Qualitäten entfalten, autonom oder im Dialog mit dem vorgefundenen Raum. Erst durch diese Isolation wird es möglich, das jeweilige Form-Modul auf seine Tauglichkeit hin zu überprüfen, auf seine ungebrochene Gültigkeit. Denn in einer Welt, in der der Raum als absolute Größe zu verschwinden droht, muss die Wahrnehmung für jene Versatzstücke, jene Module geschärft werden, aus der sich unsere Wirklichkeit noch zusammensetzt.

Tobias Schmücking

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„still“

Mit seinen digitalen Bildbearbeitungen thematisiert der Leverkusener unsere immer stärker durch Medien bestimmte Wahrnehmung von Realität und deren Bedingtheit.
Tobias Schmücking gewinnt sein Bildmaterial wesentlich aus dem Medium Fernsehen sowie aus alten Super 8 Filmen. Für bestimmte Serien lenkt er dabei seine Aufmerksamkeit vor allem auf solche Bilder, die im klassischen Sinn „gestört“ sind, beispielsweise durch ungewollten Lichteinfall. Auch uns allen aus Filmen bekannte Bildstörungen, so genannte „Störbilder“ nutzt er für seine Neu-Konzeptionen, mithin Bilder an der Grenze ihrer vollständigen Zerstörung und Auflösung. In der Überlagerung einzelner dieser Bildebenen erscheint dann plötzlich das rein Flächige der „Störungsstrukturen“ räumlich, wird vom Betrachter beinahe unbewusst in etwas Vertrautes übersetzt.
Für eine andere Themenreihe greift Tobias Schmücking zurück auf das sich aus 576 horizontalen Zeilen mit 768 Bildpunkten aufbauende Fernsehbild. Von 25 verschiedenen Medien-Bildern eines Sujets werden jeweils in bestimmten Abständen horizontale Zeilen ausgewählt und miteinander zu einem vollkommen neuen Bild zusammengefügt. Bildzerlegungen, Bildverschränkungen und Zeitverschiebungen ermöglichen hier die Konstruktion eines mit der Realität nicht mehr deckungsgleichen Ab-Bildes – oder ist dies die Realität?
Das Verhältnis von Bild und Abbild, es verliert im Zeitalter der Medien zusehends an Eindeutigkeit, an Verlässlichkeit und Überprüfbarkeit – die Realität hat ihre Einmaligkeit, ihre Unverrückbarkeit wohl schon längst eingebüßt.