Carsten Gliese

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„Architektonische Installation“ 18.10. – 6.12.05

Die „Architektonischen Installationen“ von Carsten Gliese basieren auf computerbearbeiteten Fotomontagen: Gliese fotografiert verschiedene Raum-Perspektiven, einzelne Raumsegmente und montiert sie im Kunstverein, als Motiv auf einen Träger kopiert, an anderer Stelle im Raum – als eigenständiger Raumkörper, als Skulptur.
Carsten Gliese seziert Architektur, irritiert Wahrnehmungen, hinterfragt Gewohnheiten.

Carsten Gliese wurde 1965 in Krefeld geboren, studierte Freie Kunst an der Kunstakademie Münster, wurde 1995 Meisterschüler. Er erhielt verschiedene Preise wie u.a. den Kunstpreis Münsterland, Förderpreis 2001. Carsten Gliese lebt in Köln und Münster.

Kai Richter

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„EINBLICKE“

„BAU-SKULPTUR“ – Kai Richter

18. Januar bis 8. März 2005

Weiße geometrische Körper werden von simplen Baustützen in die Höhe gebracht – scheinen trotz ihrer Schwere und Massigkeit über dem Boden zu schweben. Es sind  Formen, die wir zunächst nicht zuzuordnen

wissen – autonome Gebilde im Raum, die sich klar in dem klassischen Themenbereich von Skulptur bewegen: Masse und Volumen, Schwere und Leichtigkeit, Sockel… Leicht wird da der Vorwurf der Beliebigkeit laut, zu reduziert, zu elementar erscheinen die Arbeiten.
Kai Richter „durchforstet“ das Alltägliche, er „scannt“ Architekturen nach bekannten, bewährten Formen und Formlösungen, nach „Grundformen des Alltäglichen“. Dies können ein Flieger sein, eine Säule, ein Wohnhaus, ein Stadion - Form-Module unserer gebauten Wirklichkeit. Diese gebaute, diese konstruierte Wirklichkeit liefert dem Bildhauer jene architektonischen Versatzstücke, die, gelöst von ihrem Funktions-Kontext und übersetzt in Holz und Gips, als eigenständige Formen ihre skulpturalen Qualitäten entfalten, autonom oder im Dialog mit dem vorgefundenen Raum. Erst durch diese Isolation wird es möglich, das jeweilige Form-Modul auf seine Tauglichkeit hin zu überprüfen, auf seine ungebrochene Gültigkeit. Denn in einer Welt, in der der Raum als absolute Größe zu verschwinden droht, muss die Wahrnehmung für jene Versatzstücke, jene Module geschärft werden, aus der sich unsere Wirklichkeit noch zusammensetzt.

Tobias Schmücking

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„still“

Mit seinen digitalen Bildbearbeitungen thematisiert der Leverkusener unsere immer stärker durch Medien bestimmte Wahrnehmung von Realität und deren Bedingtheit.
Tobias Schmücking gewinnt sein Bildmaterial wesentlich aus dem Medium Fernsehen sowie aus alten Super 8 Filmen. Für bestimmte Serien lenkt er dabei seine Aufmerksamkeit vor allem auf solche Bilder, die im klassischen Sinn „gestört“ sind, beispielsweise durch ungewollten Lichteinfall. Auch uns allen aus Filmen bekannte Bildstörungen, so genannte „Störbilder“ nutzt er für seine Neu-Konzeptionen, mithin Bilder an der Grenze ihrer vollständigen Zerstörung und Auflösung. In der Überlagerung einzelner dieser Bildebenen erscheint dann plötzlich das rein Flächige der „Störungsstrukturen“ räumlich, wird vom Betrachter beinahe unbewusst in etwas Vertrautes übersetzt.
Für eine andere Themenreihe greift Tobias Schmücking zurück auf das sich aus 576 horizontalen Zeilen mit 768 Bildpunkten aufbauende Fernsehbild. Von 25 verschiedenen Medien-Bildern eines Sujets werden jeweils in bestimmten Abständen horizontale Zeilen ausgewählt und miteinander zu einem vollkommen neuen Bild zusammengefügt. Bildzerlegungen, Bildverschränkungen und Zeitverschiebungen ermöglichen hier die Konstruktion eines mit der Realität nicht mehr deckungsgleichen Ab-Bildes – oder ist dies die Realität?
Das Verhältnis von Bild und Abbild, es verliert im Zeitalter der Medien zusehends an Eindeutigkeit, an Verlässlichkeit und Überprüfbarkeit – die Realität hat ihre Einmaligkeit, ihre Unverrückbarkeit wohl schon längst eingebüßt.