7. November 2013 - Kulturtisch Dr. Rainer Pabst

Drucken

Liebe Kunstfreunde,
an unserem nächsten Kultur-Tisch erleben Sie einen ganz außerordentlich informierten und sehr interessanten Gast: Dr. Rainer Pabst  Die Sammlung Haubrich im Museum Ludwig in Köln
07.11.2013    -   19.00 Uhr im Jagdzimmer des Museums
Die Sammlung von Bildern, Plastiken und graphischen Blättern, die der Kölner Rechtsanwalt Dr. Josef Haubrich  am 2. Mai 1946 der Stadt Köln schenkte, ist zwischen 1914 und 1943 entstanden und umfasst vornehmlich Werke des „Expressionismus“, der „Neuen Sachlichkeit“ und der „Rheinischen Progressiven“.

Mit dem Vortrag soll die Bedeutung der Schenkung Haubrichs für die Entwicklung Kölns zur Kunstmetropole gewürdigt werden. Dazu sollen nicht nur ausgewählte und für die einzelnen Richtungen repräsentative Kunstwerke der Sammlung vorgestellt, sondern auch deren Entstehungsgeschichten und die Umstände ihres Erwerbs referiert werden - zumal Josef Haubrich auch den Mut hatte, während des Naziregimes Kunst zu kaufen, die als "entartet" galt.
Vor diesem Hintergrund können die Forderungen von Erben nach Restitution - also der Rückgabe einzelner Kunstwerke aus der Sammlung - diskutiert werden, mit denen sich das Museum Ludwig und die Stadt Köln in den letzten Monaten konfrontiert sahen.
Herr Dr. Pabst ist 1948 in Köln geboren, war Lehrer in den Fächern Kunst und Gestaltung sowie Deutsch, ist langjähriges Mitglied im Arbeitskreis des Wallraf-Richartz-Museums und des Museums Ludwig in Köln. Herr Dr. Pabst bietet ehrenamtlich öffentliche Führungen zu unterschiedlichen Themenstellungen in beiden Häusern an, hat zahlreiche Führungen durch die Sammlungen und durch Sonderausstellungen durchgeführt. Seit 2011 hat er sich im Rahmen der Vorbereitungen zur Neuhängung der Sammlung Haubrich im Museum Ludwig in Köln im Arbeits-kreis ausführlich mit den Folgen nationalsozialistischer Kulturpolitik für den Kunsthandel, die deutschen Kunstmuseen und die privaten Kunstsammlungen beschäftigt. Dies ist ein Thema, dem wir nicht ausweichen dürfen, das politisch wichtig ist und uns einen wunderbaren Überblick über die Kunst der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts gibt.
Wir freuen uns auf Sie, hoffen wieder auf rege Beteiligung und interessante Diskussion.